PCB-Raumluftmessungen



Polychlorierte Biphenyle (PCB)

PCB ist eine Stoffgruppe chlorierter schwerflüchtiger Kohlenwasserstoffverbindungen.

Diese wurden technisch als Flammschutzmittel, als Trafoöle in elektrischen Anlagen, in Kondensatoren,

als Weichmacher  und in  Baumaterialien eingesetzt, um die Produkteigenschaften zu verbessern oder als Schalöle verwendet,

In Gebäuden kommen PCB vor allem in Fugendichtungsmassen (Produktnamen  z.B. "Clophen") vor,

die vor allem zwischen ca. 1965 und 1975 eingesetzt wurden. Aufgrund des Verbots der Verwendung von PCB werden diese Stoffe heute nicht mehr in Gebäuden eingesetzt.

Nachdem in den 60er und 70er Jahren medizinische Befunde über gesundheitsschädliche Wirkungen durch PCB (Vergiftungen bei allerdings relativ hohen PCB-Konzentrationen) bekannt wurden, wurde durch weitergehende  Untersuchungen die Gesundheitsgefährlichkeit von PCB ermittelt. So können diese Verbindungen beim Menschen z.B. Krebs auslösen.

Die Bewertung von Versuchsergebnissen wird dadurch erschwert, dass es insgesamt 209 verschiedene einzelne Polychlorierte Biphenyle  (sogenannte Kongenere) mit unterschiedlicher Anzahl und Stellung der Chloratome gibt. Die einzelnen Kongenere besitzen eine unterschiedliche Toxizität.  Weiterhin gibt es sogenannte „koplanare“ PCB, die ähnlich wie die polychlorierten Dibenzodioxind und-furane eine besonders hohe Toxizität aufweisen.


Da es aus technischen Gründen kaum möglich ist, alle einzelnen PCB eines PCB-haltigen Produktes quantitativ auszuwerten, wird zur Bestimmung der PCB-Konzentration eine Summen-Hochrechnung angewendet, die darauf basiert, dass 6 (häufige und gut erkennbare) PCB-Kongenere bestimmt werden, von denen auf einen Gesamtwert extrapoliert wird.  Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge sind die Richtwerte für PCB in der Innenraumluft sehr niedrig festgelegt worden.

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Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Um in einem Gebäude PCB-haltige Materialien zu erkennen und ggf. einen Sanierungsbedarf zu ermitteln, werden in der Praxis häufig zunächst Raumluftmessungen vorgenommen. Bei erhöhten PCB-Werten ist davon auszugehen, dass PCB-haltige Materialien eingebaut worden sind. Bei Raumluftkonzentrationen ab 300 ng/m³  sollen diese ermittelt werden und es  besteht Sanierungsbedarf. (s.u. „Beurteilungsgrößen“).

Die Quellen der PCB-Belastung in der Raumluft zu suchen, ist der nächste Schritt. Dazu werden sog. Verdachtsmaterialen entnommen und im Labor auf PCB untersucht und es wird ein „PCB-Kataster“ sowie ein Sanierungsplan erstellt.

Die chemlab GmbH hat vielfache Erfahrung mit PCB-Raumluftmessungen und Untersuchungen und berät sie gern in  allen Fragen zur Messung, Analytik und Sanierung.

PCB -  Beurteilungsgrößen In Raumluft und Bauteilen  

 

(1)  Luft:

 Interventionswert  >3.000 ng/m³  Maßnahmen innerhalb
 von 3 Monaten
   300 – 3.000 ng/m³  Maßnahmen innerhalb
 von 1 – 2  Jahren
 Vorsorgewert  < 300 ng/m³  Keine Maßnahmen


(2)  Material:

 Primärquellen  > 0,1% bis 50%  Produkte, denen gezielt PCB zugesetzt wurde, um Eigenschaften zu verändern
 Sekundärquellen  50 – 1.000 mg/kg  Bauteile, die PCB über längere Zeit aufgenommen haben
 Unbelastete Materialien  < 50  mg/kg  Kein Sondermüll

 




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